Heute ist Christi Himmelfahrt – oder wie wir sagen: Der Tag, an dem Jesus das Homeoffice endgültig in die Cloud verlegt hat. Ich bleib lieber hier unten und mach Krach – der Himmel ist mir zu leise!
Jesus ist aufgefahren, ich fahr lieber zur nächsten Show nach Köln.
als ertst
Kalasche - roher HC
Crust . Duisburg
Das ist verdammt wütend und verdammt roh. Die Lead-Linien über der treibenden Rhythmusgitarre schneiden wie ein
Messer durch heiße Butter und bringen alles zusammen, um dunkle und
manchmal düstere Songs zu schaffen. Das Schlagzeug hat einen druckvollen Sound, der an den militärischen Stil der klassischen Anarcho-Bands der 80er Jahre erinnert.Die Vocals werden mit einem Gefühl von Dringlichkeit und Bösartigkeit vorgetragen.
Nichtsdestotrotz offenbaren Kalasche eine überdurchschnittliche Fülle
an Raffinesse, Detailarbeit und tonnenweise süchtig machender Hooks um
diese sieben Wetterfronten aus halsbrecherischer Ekstase fest zu
verankern und gleichsam auf ein durchweg fortschrittliches Level
anzuheben.
Top Auftritt
weiter mit
Wave of Fear - Raw Punk / D Beat . Ghent, Belgium
Geradliniger, crustiger Raw Punk mit einer kalten und klinischen Darbietung. Da es keinen Grund gibt, die Dinge unnötig zu verkomplizieren, halten sich WAVE OF FEAR nicht mit zu vielen Akkorden oder Tempowechseln auf. Keine prätentiösen Gitarrensolos, kein Hauch einer Welt, die etwas anderes bereithält als Leid, Schmerz und Verzweiflung.Eine solide Vorstellung einer Band, die man im Auge behalten sollte. Aber so alt und abgestanden wie das in der Theorie klingen mag, so
frisch kommt das in der Praxis hier dennoch rüber und das ist nicht
zuletzt einigem unbeirrbaren Händchen für starkes Songmaterial zu
verdanken und einer angemessen rohen, treibenden Performance um die
einfach gestrickten Hooks wackelfest zu verankern.
Auch hier war alles Perfeckt
nun auf der Bühne
Loathsome - Grindcore . Ghent, Belgium
Belgien und Grindcore? Aber natürlich! Die Leute in diesem Land haben einen verdammt guten Geschmack, wenn es um extreme Genres geht…
Zwar finden sich im Mix keine radikal neuen Elemente, doch ist es Loathsome gelungen, eine gelungene Balance zwischen der Rasanz des Grindcore, der Durchschlagskraft des Death Metal und einem modernen, scharfkantigen Sound zu finden. Sicher, hier und da erhascht man vertraute Momente, Melodien und dergleichen – doch diese Band besitzt zweifellos ihren ganz eigenen Stil und Grind-Ansatz. Nun, warten wir ab, was diese Jungs in Zukunft für uns bereithalten werden Gut gemacht, Loathsome. Ausgesprochen reizende Minuten von Gerümpel chaotischem Lärm, der
gleichsam aber auch von einem stabilen, rigiden Grundgerüst beisammen
gehalten wird, vorwärts getrieben von einer rohen, hyperfokussierten
Darbietung.
Als letze
Verpest - Anti Human Pestcore .Ghent, Belgium
Verpest - Anti Human Pestcore .Ghent, Belgium
Mit einer satten Dosis knallharten Crust – durchsetzt von Hardcore- und Grindcore-Einflüssen und vermengt mit einer tödlichen Dosis dreckigen Metals – präsentiert sich „ VERPEST
Die Texte kreisen um menschenfeindliche Themen und beleuchten das hasserfüllte Verhalten des Einzelnen.
Mosh (Hate Speech), Punker (Bulldozing Bass), Stan (Six String Chainsaw Gutsfukk) und Kissaak (Hammering Tornado) sind die Pseudonyme der vier Bandmitglieder, von denen die meisten ihre Texte auf Niederländisch ins Mikrofon brüllen. Nicht, dass die Band etwa nach hochtrabenden literarischen Texten streben würde – ganz im Gegenteil. Es geht einzig und allein darum, ein Ventil für ihre Wut, für ihren Hass zu finden. Infizierte Menschen weinen, übersät mit Geschwüren! Ich wirbele inmitten von Krankheiten, mein Herr! Glücklicherweise sind die meisten Texte für uns beim Zuhören nicht wirklich verständlich. Schon mal 2025 in Köln auf Bauwagenplatz gesehen .
Ist derart hoher Klasse, dass viele andere Bands kaltblütig töten oder ihre Seele verkaufen würden für eine Handvoll solcher Songs.



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